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Manager im Abseits

Unverbesserlich, ignorant und arrogant. Mir fallen noch mehr solcher Beschreibungen ein, wenn ich an manchen Wirtschaftsboss in Deutschland denke. Und die absolute Fixierung auf das Weltbild eines "Homo Oeconomicus" nimmt immer noch keine Ende.


Audi Chef Rupert Stadler outet sich heute als Mensch mit nachgerade eingeschränktem Vorstellungshorizont:


"Wir sind keine Sozialhilfestation"


 läßt er verlautbaren umd meint damit das Thema der Begrenzung der Emissionswerte von Fahrzeugen. Man könne die Gesetze der Physik eben nicht ausghebeln, und es sei unmöglich mit verschiedenen Fahrzeugtypen die neu festgesetzten Emissionsgrenzen einzuhalten. Nun - da hat er Recht, der Herr Stadler. Inwiefern es aber für einen Herstellern von Autos nur den einen Weg gibt, "tonnenschwere Premiumfahrzeuge" zu bauen, erklärt er nicht. Das ein Hersteller Nachfrage schaffen kann, durch sein Angebot, versteht er nur in die Richtung, das man immer schnellerer, luxuriösere und schwerere Fahrzeuge bauen muss.


Seine Vorstellungswelt ist so eingegrenzt, das meines privaten Erachtens nach der Mann keine Qualifikation für diese Führungsposition besitzt. Er hat zwar offensichtlich Ziele, aber Visionen von einer sauberen Umwelt, in der immer noch jedermann mit sauberen Autos mobil sein kann, hat er nicht. Mit dieser Geisteshaltung wird er sein Unternehmen langfristig ins politische und damit ins wirtschaftliche Abseits führen.


Die deutsche Automobilindustrie ist international für ihre Innovationsfreudigkeit berühmt und für die fortschrittliche Technik. Von diesem Nimbus ist bereits ein guter Teil dahin und Menschen wie Herr Stadler reduzieren das Image deutscher Autos auf Motorleistung und Spritverbrauch. Wenn der Herr Stadler sich beleidigt zeigt und glaubt man würde ihm die Grundlage für die Zukunft seines Unternehmens beschneiden, irtt er sich gewaltig. Da die deutsche Automobilindustrie es immer noch versäumt ihre technische Leistungsfähigkeit an die erzwungenen Zielsetzungen des Umweltschutzes anzupassen, muss ein wenig nachgeholfen werden. Die Festlegung der Emissionsgrenzen sollte hierbei nur ein erster Schritt sein. Meines Erachtens muss man die Autohersteller zu ihrem Glück zwingen. Das ist bei kleinen beleidigten Kindern häufig so.