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Haha Besinnlichkeit

Irgendwie ist es jedes Jahr das gleiche Spiel.
Das Jahresende naht, die Adventszeit beginnt und wir alle warten auf die Besinnlichkeit, das Familiäre. Das Haus duftet das erste mal nach selbstgebackenen Plätzchen, die ersten Kerzen brennen, heimlich beginnen wir Geschenke zu besorgen und suchen uns die besten Verstecke dafür. Im Ofen brennt ein wärmendes Feuer an dem wir uns erfreuen, während es draußen immer dunkler und kälter wird. Die Hoffnung auf den ersten Schnee dürfen wir nicht vergessen. Auf diese gedämpfte und saubere Stille, die der Schnee mit sich bringt.
Und bestimmt werden wir Zeit haben für gemeinsame Spaziergänge, für Spieleabende und Zeit gemeinsam.

Und jedes Jahr Pustekuchen!

Stattdessen: Jahresendstress, Die Liste an Dingen die unbedingt noch erledigt werden müssen wird länger statt kürzer, denn kürzer werden nur die Tage (aber nur angeblich oder auf die Sonnenstunden bezogen).
Auf der Arbeit das Gleiche – irgendwie soll alles noch fertig werden, einen Abschluss finden, vor Jahresende noch finalisiert sein, damit im Neuen Jahr frisch und ohne Altschulden durchgestartet werden kann. Da muss man halt mal länger bleiben – sich anstrengen – da werden wir alle was von haben, wenn das erledigt ist, das Gewissen rein ist.
Dumm nur, dass Alle das wollen und so rennt ein Jeder und eine Jede den Anderen die Bude ein. Schnell noch eine neue Versicherung, Kosten optimieren und “ach der Stromvertrag”. Und jetzt wo das Weihnachtsgeld kommt – vielleicht doch endlich auch das neue Sofa? Oder lieber noch mal Öl bestellen, die Preise sinken ja gerade.

Und dann – ja dann war Heiligabend gestern – war schön ( ja dieses Jahr war der hässliche Baum aber wirklich der Schönste den wir jemals hatten). Heute und morgen wird aber auch schön. Wir treffen die Familie, essen viel zu viel und bewegen uns nur per Automobil, haben deswegen dieses Unwohlsein (Völlegefühl) und sind wie gelähmt, denn “was machen wir eigentlich an Silvester”`?

Mist – dieses Thema hatten wir nicht vergessen, aber irgendwie verdrängt und keine Zeit dazu.
Da müssen wir uns aber nun wirklich beeilen, damit wir noch einen schönen und versöhnlichen Jahresabschluss hinbekommen.

Haha – Besinnlichkeit am Arsch wie jedes Jahr.

Und trotzdem – ich freu mich drauf, es wird ja dennoch wundervoll Smile

Den Boten zu töten hilft nicht

Man muss keine klassische humanistische Ausbildung genossen haben um die Geschichte zu kennen, in der der Bote einer schlechten Nachricht getötet wurde (nein – hier keine Details, keine Wiederholung).

Und es dürfte kaum jemanden geben, der die Quintessenz dieser Erzählung nicht kennt und nicht versteht: Wenn wir den Überbringer einer schlechten Nachricht töten, dann macht das die schlechte Nachricht nicht obsolet, den Gegenstand der Nachricht nicht ungeschehen.
Es ist ein reiner Verdrängungsmechanismus, der an der Unausweichlichkeit dessen, was der Kern der Botschaft ist, nichts ändert.

In ebensolchen Zeiten leben wir derzeit. Und die schlechten Nachrichten sind Legion, sind vielschichtig, sind global, sind überall. Das Leben das wir leben nähert sich in dieser Form dem Ende zu. Unsere Gesellschaften sind bedroht, die Natur ist bedroht, unser Fortbestand uns unsere Zukunft sind ungewiss. Gewiss ist allerdings, so wie bisher wird es nicht weitergehen.

Nun ist es augenscheinlich aber so: das ein oder andere Symptom haben wir zur Kenntnis genommen und überlegen uns, wie wir darauf eingehen, wie wir damit umgehen. Das dahinter liegende Konzept ist aber: Was können wir (dagegen) tun, damit alles so bleibt wie es ist. Ein grundlegender Fehler, denn augenscheinlich wird angesichts vielsagender Fakten wohl kaum etwas so bleiben können, wie es bisher ist.
Bisher akzeptieren wir es einfach nicht, dass alle Umstände, alle Fakten, alle Erkenntnisse nach fundamentalen Veränderungen rufen. Wir ignorieren es und mehr noch, wir bekämpfen diese Erkenntnis bis auf’s Messer. Indem wir den Boten töten.

Nein – noch wurde kein Leben ausgelöscht, niemand erschossen, niemand an die Wand gestellt. Aber der Tonfall in der Öffentlichkeit lässt diesen Wunsch erahnen:
Lasst uns die Boten töten, dann können wir die Nachricht ignorieren, der Wahrheit aus dem Weg gehen und weiter machen wie bisher. Kein Bote . keine Nachricht. Das ist ein simpler Wunsch nach einer simplen Wahrheit, die keine ist.
Denn es ist eine weitere Lüge – eine Flucht vor der Realität, eine Leugnung der unumstößlichen Tatsache, dass unser Lebensmodell in der jetzigen Form gescheitert ist und ein jeder von uns seinen Teil der Verantwortung dafür trägt. Es sind unbequeme Wahrheiten – aber es sind Wahrheiten.

Nun gibt es diverse Boten, die uns diese Nachrichten überbringen: es ist die Wissenschaft, es sind Teile der Zivilgesellschaft, teile der Politik – und es sind die Aktivisten der Letzten Generation die uns unnachgiebig und hartnäckig den Spiegel vor das Gesicht halten und einfach nicht damit aufhören wollen. Trotz alle Konsequenzen für Ihr Handeln geben sie nicht auf, haben keine Angst und kämpfen: für eine Zukunft für Alle, auch für eine Zukunft ihrer Kritiker.
Sie werden beschimpft, verleumdet, an einen Pranger gestellt. Sie werden als Klimaterrorosten betitelt, als Klima-RAF, als Kulturzerstörer und neuerdings quasi als Mörder.

Keiner dieser Vorwürfe ist gerechtfertigt, keiner dieser Vorwürfe stimmt. Sie sind Boten einer Wahrheit, die Vielen nicht gefällt, die Viele Leugnen möchten, umso mehr, je mehr sie Verantwortung tragen für den schlechten Zustand unserer Welt.

Daher – um es einmal klar und deutlich zu sagen: diese jungen Menschen der Letzten Generation sind nichts von dem, was man Ihnen so laut und brutal vorwirft. Im Gegenteil sind sie diejenigen, die sich für eine Zukunft einsetzen von uns allen. Eine Zukunft auch derer, von denen sie nun auf das heftigste beschimpft werden.

Flashback

Gerade haben wir zu Abend gegessen und während des Essens lag, so wie so oft, unser Hund unter dem Tisch und schlief.
Das tut er eigentlich immer. Sobald wir uns an einen Tisch setzen kommt er, legt sich unter den Tisch und macht es sich zwischen all den Füßen gemütlich,

So eben auch heute.

Nach dem Essen sah ich unter den Tisch und da lag er auf der Seite, atmete tief und fest und hatte die Augen geschlsossen, Und er strahlte eine solche Ruhe und Zufriedenheit aus, einen Frieden, der mich einfach anzog.
Also begab ich mich auf den Boden, kroch unter den Tisch und nahmen den Hund in den Arm, vielmehr seinen Kopf - und küsste ihn auf die Stirn.
Und dann roch ich an ihm, denn sein Kopf riecht einfach furchtbar gut. Erdig und moosig und irgendwie auch nach Honig und frischer Luft, nach Wiese und - einfach nach Hund.

Und als ich meine Nase hinter sein linkes Ohr steckte und tief daran roch hatte ich ihn - diesen Flashback.

diese Erinnerung an meine Kindheit, An meinen damals besten Freund. Den Sohn des Försters. Die Försterfamilie mit drei Jaghunden. Bayrischen Gebirgsschweißhunden. Einer schöner als der Andere.
Und es war dieser Geruch meines Hundes, der mich zurückführte in deren Haus. Dieses Haus, das von oben bis unten - in jedem Zimmer und jedem Winkel genauso roch wie mein Hund eben gerade. 
Erdig und moosig und irgendwie auch nach Honig und frischer Luft, nach Wiese und - einfach nach Hund.
Nach Abenteuer und Freiheit.

Wie gerne war ich damals dort im Försterhaus. Mit den lieben Menschen dort, den Hunden und all den anderen Tieren, die sie hatten. Den Hühnern und Enten und Gänsen. Den Rindern und Kühen und diesem riesigen Stier, der mir den Zeh brach als er draufgetreten ist. 
Und den Ponys, mit denen wir vom Forsthaus in den Wald ritten, Spechthöhlen fanden und Rehkitze. Wildschweine aufstöberten  und uns vom Acker machten, weil sie Ihre Frischlinge beschützten.

Und so habe ich einen Flashback - weil mein Hunde riecht. 

Erdig und moosig und irgendwie auch nach Honig und frischer Luft, nach Wiese und - einfach nach Hund.
Und nach Abenteuer und Freiheit.

Und nach dem Förstehaus der Familie Becker, nach meiner Kindheit und nach Unbeschwertheit. Und nach einer Welt, die es ohne Einschränkungen und Angst zu entdecken gilt.

So riecht mein Hund.

Und deswegen muss ich nun wieder unter den Tisch.

 

Corona und Impfen

Meine Meinung:

Der zuverlässigste und effektivste Weg ein normales Gesellschaftsleben zurück zu gewinnen ist das Impfen.
Und ja - ich sympathisiere - bei aller Komplexität  und einigen Widersprüchen - am Ende mit einer Impflicht!
Warum?
Weil mich die Summer der Argumente pro Impfen und pro Impfpflicht überzeugt!

Möchte ich diese Argumente aufzählen oder darüber diskutieren?

NEIN.

Sorry - es ist Alles gesagt, alles diskutiert. Ich habe mir eine Meinung gebildet und bin kein Papagei.

Du hast Deine Meinung und bist dagegen? Schön. Dann behalte Deine Argumente und Ansichten für Dich und sei auch kein Papagei und quatsche mich nicht ungefragt zum Thema an!
 Nur so können wir weiter miteinander existieren ohne zu streiten oder uns zu entzweien. Das wäre mir lieb.

Ich impfi! Morgen geboostert.