Skip to content

Mit “besorgten Bürgern” reden – ein Twitter-Thread

Auf Twitter bin ich über einen Thread gestolpert, in welchem der User @lawen4cer seine Erfahrungen aus Gesprächen mit diesen sogenannten “besorgten Bürgern” zusammenfasst. Da sich dies so wunderbar mit meinen eigenen Erfahrungen und Beobachtungen deckt, ich das aber keinesfalls hätte besser zusammenfassen können, möchte ich euch das nicht vorenthalten.
Die Twitter-Nutzer unter Euch können den Thread natürlich auch über Twitter selbst aufrufen, für alle anderen habe ich die einzelnen Tweets dieses Threads hier untereinander kopiert:

 

 

Ändert Euch!

Es wird Zeit die Komfortzone zu verlassen - wobei - im Grunde muss man das gar nicht.
Die Klimadiskussion ist übrigens keine neue Diskussion, sie hat aber Dank der Jugendlichen endlich den Stellenwert in den politischen Debatten der ihr gebührt.
Klima ist das demokratische, globale Problem aller Menschen - also ist auch jeder einzelne in der Pflicht. Und auch das ist demokratisch - es gibt für niemanden Ausreden. Jeder muss tun, was getan werden muss. Nämlich nachhaltiger und mit weniger Ressourcenverbrauch leben.

Nun ist das für viele Menschen eine schockierende und lähmende Erkenntnis, zumal Populisten und Ewiggestrige den Klimawandel allzu gerne leugnen oder relativieren.
Was in diesem Geschrei dabei allerdings untergeht ist, wie einfach so manches sein könnte, wenn man nur einmal anfängt seine Gewohnheiten in Frage zu stellen und in kleinen Schritten zu ändern.

Daher hier einfach mal zwei Tipps, mit denen man ganz schmerzfrei anfangen kann:

  1. Kauft Getränke nur noch in Glasflaschen!
    (Bitte erst gar nicht "wenn" und "aber" denken - einfach machen!)
     
  2. Schaut Euch um, was und wo ihr echte regionale Produkte kaufen könnt. Also am Besten gleich vom Erzeuger, denn damit schlagen wir mehrere Fliegen mit einer Klatsche. Wir helfen unseren lokalen Bauern, helfen der regionalen Wertschöpfung und leisten einen kleinen Beitrag um diesem Wahnsinn der industriellen Nahrungsmittelerezeugung ein Ende zu setzen.
    Also - schaut doch einfach mal in Eurer Umgebung - wir kaufen inzwischen einen (größer werdenden) Teil unserer Milch und einige andere Kleinigkeiten direkt beim Bauernhof, nämlich beim Antoniushof in Olk. Besonders schön - wir müssen dafür keinen einzigen Meter extra fahren, denn es liegt auf dem Arbeitsweg.
    Und auch im Supermarkt gibt es oft Produkte, die tatsächlich aus der unmittelbaren Umgebung kommen. Lest doch bitte genau was angeboten wird und kauft bevorzugt diese Produkte.

    Und zack - hat man ein kein wenig was getan und musste im Grunde nicht wirklich was dafür tun. Kein Verzicht - nix! Nur ein wenig an den Gewohnheiten schrauben und die Augen offen halten ...

Jeder! Wirklich jeder!

Nun muss ich mich doch zu Wort melden, weil ich es kaum noch ertragen kann, so wie auch meine Frau es kaum noch ertragen konnte, was zur Zeit hier durch die Timelines geistert und was für ein unfassbarer Stuss geteilt und weiterverbreitet wird.

Worum es geht?
Natürlich um Fridays for Future, um Schulstreiks, um Greta und darum, wie viele Menschen sich offenbar auf den Schlips getreten fühlen. Und die darauf hin in der Art reagieren, junge Menschen zu diffamieren, verächtlich über (die eigenen! sic!) Kinder zu sprechen, die eigene Vergangenheit zu verklären und jegliche eigene Schuld zu leugnen am miserablen Zustand unserer Welt. Die den Einfluss des eigenen Handelns verleugnen, die Whataboutism betreiben und die Entwicklungsländer in die Pflicht nehmen wollen, bei denen die Chinesen Schuld sind, die korrupten Politiker, die Frau Merkel und jedenfalls alle anderen.
Nein - liebe Leute. Nein, Nein und nochmals Nein.
Jeder, wirklich jeder ist verantwortlich für den Zustand der Welt, der eigenen Umgebung, für das Kleine im Großen und damit für das große Ganze.
Die Welt ist ein Puzzle und jedes kleine Teil fügt sich dort zum Ganzen und am Ende ergibt sich dann ein Bild. Entweder ein Schönes oder aber eben ein eher grauenhaftes. Da gibt es kein Vertun, da kann man nicht andere alleine verantwortlich machen und schon gar nicht diejenigen beschimpfen, die aus einem eher grauen und tristen Bild ein buntes und funkelndes machen wollen. Hier handelt es sich nämlich nicht um eine Frage der Ästhetik, hier geht es darum, ob unser Planet ein Lebensraum sein wird oder ein Todesraum für Viele, die sich dagegen nicht schützen können, wenn die Umstände noch schlechter werden.
Ohne Ausnahme sind wir alle verantwortlich dafür, wie viele Ressourcen wir verbrauchen, wie groß unser Fußabdruck in der Natur ist (und auch in der Gesellschaft).

Deswegen ergeht folgende Aufforderung an mir an alle Greta-Beschimpfer, an alle die meinen man sollte “bei den anderen” anfangen.
Jeder dieser Menschen darf gerne weiterhin Kritik an FFF üben, über Wirtschaft, Konzerne und Politik schimpfen. Um sich dazu aber zu legitimieren sollte diese Person dann bitte mal sagen, was sie denn bereits anders macht. Wo sie sich vorbildlich verhält. Warum sie nicht zu denjenigen gehören sollte, an die die Forderungen nach einem anderen Verhalten gerichtet ist.

Also - ihr mäkelnden und pöbelnden Kleingeister - ihr Hubraumliebhaber und Plastikkäufer - ihr Kinder verunglimpfenden Besserwisser:
WAS MACHT IHR RICHTIG???
Für jeden Punkt, den ihr wirkungsvoll belegen könnt, wo ihr Euch umweltfreundlich und zukunftsfest verhaltet dürft ihr einmal über andere meckern!

Warum ich es mir erlaube das zu schreiben?
Wir kaufen seit langem nur noch Glasflaschen.
Wir kaufen keine abgepackte Wurst mehr und davon immer weniger. Noch dazu schon seit Jahren mit eigenen Gefäßen.
Den Fleischkonsum drastisch reduziert. (drei von vier leben weitestgehend vegetarisch)
Wir haben unseren Plastikmüll auf einen Sack im Monat reduziert (von ehemals vier bis 5 Säcken).
Wir kaufen Milch vor Ort beim Bauern so oft es geht.
Wir haben unser gesamtes Müllaufkommen auf ca. ein Drittel reduziert.
Wir haben Waschmittel ersetzt durch Kastanien.
Wir haben Spülmaschinenmittel ersetzt durch selbst gemachtes Pulver.
Selbst gemachte Kosmetik.
Duschgel durch Seife ersetzt.
Den Garten rekultiviert und bauen selber wieder Gemüse an.
Bei Einkauf von Gemüse im Supermarkt wird IMMER auf die Herkunft geschaut. Dann bleibt es nämlich liegen, wenn es von zu weit her kommt und es gibt halt was anderes zu essen)
Und noch einiges mehr.
Und der Fairness halber muss ich dazu sagen - All das hat meine Frau initiiert bzw. ist sie die treibende (und oft auch durchführende) Kraft.

Und was macht IHR? Außer auf Facebook rummeckern und anderen die Schuld in die Schuhe schieben???

Also - wer in meiner Timeline weiterhin Unsinn erzählen möchte - gerne - aber nur, wenn vorher klar ist, was man selbst AKTIV für den Erhalt unserer Umwelt leistet.

 

Ein-Satz-Wahrheiten (1)