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Von Standpunkten und Kreisen

Man kann es kaum bestreiten, dass schlechte Stimmung im Land herrscht.
Es gab schon häufiger Zeiten, in denen ich dachte, Nachrichten schauen und Zeitung lesen macht keinen Spaß mehr. Es gab auch schon häufiger Zeiten, in denen mir die innenpolitischen Diskussionen gehörig auf die Nerven gingen und ich arge Zweifel an unserer politischen Klasse hatte. Aber einen so schlechten Eindruck wie zur Zeit hat unser Land noch nie auf mich gemacht.

Die Lage ist unübersichtlich und der Ton ist rau. Es wird zunehmend schwieriger mit einer gewissen Ruhe und Besonnenheit über die Lage nachzudenken und die passenden Schlüsse zu ziehen. Das beunruhigt mich tatsächlich, da ich merke, wie ungehalten und zornig ich auf manche Nachricht reagiere, die aus meiner Sicht mit Unvernunft nur unzulänglich zu beschreiben ist.

Ich muss mich dann besinnen und hoffe, dass Andere es auch tun.
Ich muss dann kurz innehalten und den Kompass herausnehmen, damit ich mich nicht treiben lasse und mich verirre. Wie gut, dass es diesen Kompass gibt.

Einen Kompass, der im Übrigen einem jeden zur Verfügung steht. Dieser Kompass erinnert an die wenigen notwendigen Regeln, an denen wir unser Handeln ausrichten müssen und an denen wir unser Handeln immer wieder überprüfen müssen, um zu wissen, ob wir auf dem richtigen Weg sind.

Es sind diese wenigen grundlegenden Sätze, denen wir unsere Freiheit und auch unseren Wohlstand verdanken. Und es sind diese wenigen Sätze, die unsere Freiheit gerade deswegen sichern und erhalten, weil wir ihnen eine universelle Bedeutung gegeben haben. Wir haben sie in ihrem Wirkungsbereich und in ihrer Bedeutung nicht eingeschränkt, weil wir wissen, dass dort, wo man Grenzen zieht, diese Grenzen zu recht auch immer anders ziehen kann. Dann wird es eine Frage des Standpunktes. Und von einem Standpunkt aus betrachtet kann man Kreise ziehen. Kreise, in denen sich einige befinden und andere nicht. Kreise, die man größer, aber die man auch kleiner machen kann.
Deswegen sind diese wenigen sehr grundsätzlichen Regeln eben auch keine Frage eines Standpunktes, sondern sie sind der unendlich große Kreis, in dem wir uns alle bewegen. Größer noch als diese Erde ist dieser Kreis,so hoffe ich es zumindest für die Zukunft, in der wir vielleicht auch mal andere Räume betreten werden und um deren “Eroberung” sich so mancher schon heute streiten möchte.

Aber wir müssen uns dieser wenigen Sätze nicht nur erinnern, wir müssen sie auch immer wieder aufs Neue sprechen, ernst meinen und es uns bestätigen. Im Denken und Handeln. Denn wenn wir es nicht tun, wenn wir anfangen den Kreis durch einen Standpunkt zu ersetzen, dann verlieren wir unsere eigene Freiheit und darüber hinaus unsere eigene Zukunft.

  1. Die Würde des Menschen ist unantastbar.
  2. Die Menschenrechte sind unverletzlich, unveräußerlich und unteilbar.
  3. Jeder hat das Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit
  4. Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit.
  5. Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.
  6. Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort und Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus freu zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten.

Das müssen und sollten wir alle uns stets in Erinnerung halten und uns immer wieder daran ausrichten. Wir sollten keine “wenn” und “aber” zulassen, wenn Themen und Diskussionen diese universellen Grundregeln unserer eigenen Freiheit berühren. Und wir sollten aufmerken und dagegenstehen, wenn die Universalität dieser Regeln bereits nur im Ansatz in Frage stehen.

Gerade die Universalität und Unteilbarkeit sowohl der Menschrechte als auch der Grundrechte unseres Grundgesetzes sind die Stärke, die uns alle beschützt und uns allen unsere Freiheit schenken.

Das sollten wir nicht vergessen.

Bleibt ein Kreis, bleibt im Kreis.

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