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Die Ent- *isierte Gesellschaft

Pegida ist in aller Munde. Die einen schauen sorgenvoll auf ein nach rechts rückendes Deutschland, in dem Rassismus und Ausländerfeindlichkeit wieder gesellschaftsfähig werden. Nicht wenige verzweifeln daran, wie das möglich sein kann in einem Land mit dieser Geschichte und in einem Land, dem es gemessen an den Umständen in dieser Welt doch sehr gut geht.


Die anderen gehen auf die Straße und haben endlich Gelegenheit mit ihrem diffusen  “ich habe die Schnauze voll” nicht mehr alleine zu sein. Da wird dumpf pauschalisiert und möglicherweise hat der Ein oder Andere einen differenzierteren Blick, nimmt es jedoch billigend in Kauf, mit seiner Anwesenheit auch solche Argumente zu stützen, denen er im trauten Gespräch nicht zustimmen würde. Aber “endlich sagt mal jemand was” hat einen Reiz in einer Welt, in der immer nur “die Anderen” was zu sagen haben.


Die Frage bleibt: Wie kann es zu diesem Phänomen Pegida kommen? Erleben wir einen Rückfall in die dunklen Zeiten unserer Geschichte? Sind es berechtigte Sorgen, welche die Menschen auf die Straße treibt. Gibt es Grund, die dort formulierten Sorgen ernst zu nehmen, wie es vornehmlich Politiker rechts von Links zu verstehen geben? Oder sind es schlicht die dummen Nazis, wie es manche Stimme links von Rechts zu beurteilen meint?


Was ist das, was wie hier erleben. In diesem modernsten Deutschland, das wir jemals hatten?


Je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr verdichtet sich der Eindruck, dass wir es hier keineswegs mit einem überraschendem Phänomen zu tun haben, sondern dass es sich um eine ernste und konsequente Folge von Fehlentwicklungen in unserer Gesellschaft handelt. Es ist Ausdruck eines Abschiedes.


Eines Abschiedes von zentralen und wichtigen Prinzipien, eines Abschiedes von Ideen und Visionen, eines Abschiedes von der Gemeinsamkeit und Gemeinschaftlichkeit.
Unsere Gesellschaft hat sich in den Augen vieler Menschen entwickelt zu einer gefährlichen und einsamen Welt, in der nur der Stärkere überlebt. Wir haben eine Gesellschaft zugelassen, in der nicht das Solidarische und Gemeinsame Ziel alles Handelns ist, sondern die Ökonomisierung und Optimierung das Non-Plus-Ultra ist. Aus Angst vor einer globalen Wirtschaft und einer sich immer stärker vernetzenden Welt haben wir einen Götzen erschaffen, der uns nun auf die Füße fällt. Es ist der Glaube an die eigene Stärke und der Glaube daran sich durchsetzen zu müssen. Klugheit und Kompromissbereitschaft werden als schöngeistig und schwach erlebt. Es zählt nur der Erfolg. Und es gibt diesen Irrsinnigen Glauben an “Alternativlosigkeit”, daran, dass es für ein Problem auch jeweils nur eine Lösung geben kann.
Daraus resultiert dann auch, dass es nur diese eine Sichtweise geben kann, nur diese eine Argumentation. Und das Alle und Jeder die es anders sehen selbstverständlich falsch liegen. Weil sie nicht so klug sind. Weil sie es nicht verstehen.

Weil sie den Maßstab nicht teilen?


Weil sie andere Wünsche und Bedürfnisse haben. Weil sie ein anderes Erleben haben. Weil sie eine andere Sicht auf diese Welt haben. Eine Sicht die keineswegs beengt und eingegrenzt ist, die sich dennoch auf einen kleineren Umkreis bezieht. Hier haben andere Dinge Relevanz und wirken tatsächlich unmittelbar auf das tägliche Leben.
Ob man Arbeit hat ist keine abstrakte Größe, genauso wenig wie der Kontostand oder die Abzüge auf den Gehaltszetteln. Dort bei den Menschen ist der statistische Mittelwert nämlich in der Minderheit und das eigene Erleben liegt bei einhundert Prozent.


Gehöre ich dazu?
Betrifft es mich?
Ist es gut oder schlecht für mich?


Und in der Tat ist es aus Sicht des Individuums, kompliziert geworden die Welt zu verstehen. Nicht jeder hat die Zeit oder auch die Fähigkeit, sich diese Welt zu erschließen. Nicht oft berauben die alltäglichen Sorgen den Einzelnen der Muße und der Kraft, sich in Gedanken diese komplexe Welt zu erschließen. Vor allem deswegen, weil die großen und übergeordneten Leitfäden zur Orientierung abhanden gekommen sind. Der Einzelne erlebt keine Verlässlichkeit mehr. Das Gute und Gemeinsame verschwindet im Nebel der "Alternativlosigkeit" und die Vordenker und die Handelnden auf den großen Bühnen sind entweder nicht vorhanden oder haben sich selbst verloren.


Aber was ist es denn nun, was unserer Gesellschaft abhanden gekommen ist?


Die Überschrift deutet es an.
Wir leben in einer Gesellschaft, die sich selbst verloren hat, die es zugelassen hat, dass Sinnstiftende und Gemeinsamkeit erzeugende Denk-, Sicht- und Lebensweisen immer weiter in den Hintergrund getreten sind hinter die Akzeptanz jenes Optimierungs- und Ökonomisierungsglaubens.


Wir haben uns weitgehend als Gesellschaft



  1. entpolitisiert

  2. entsolidarisiert

  3. entspiritualisiert


Der Verlust dieser drei Themen mag aus Sicht des Einzelnen jeweils erträglich sein. Als Gesellschaft kann es verheerende Folgen haben, wenn die Klammer der Gemeinsamkeit und der Glaube an einen gemeinsamen Nutzen abhanden kommt.



Die Entpolitisierte Gesellschaft


Sinkende Wahlbeteiligung, sinkende Mitgliederzahlen in Parteien. Zwei Fakten, die auf Anhieb dafür sprechen dass sich Deutschland schleichend entpolitisiert. Unabhängig von den Gründen sollte man dies zur Kenntnis nehmen. Egal ob es persönliche Unzufriedenheit ist, die sogenannte "Politikverdrossenheit", oder Faulheit, weil es uns so gut geht.
Natürlich müssen wir in Deutschland nicht mehr für die ganz großen Ziele kämpfen (oder doch?).
Wir haben Rede- und Versammlungsfreiheit. Unsere Kinder dürfen in die Schule und wir haben in weiten Zügen ein Solidarsystem, welches uns vor dem allerschlimmsten schützt. Unser Land ist in Staatengemeinschaften organisiert und verbündet, d.h., auch die Bedrohung von außen ist weitestgehend minimiert.
Vieles von dem was Menschen in anderen Regionen der Welt umtreibt muss uns keine Sorgen mehr machen.
Dennoch ist eine Gesellschaft - und auch die unsere - davon abhängig, dass die Mitglieder dieser Gesellschaft sich beteiligen. Daran mitarbeiten diese Gemeinschaft im Sinne Aller zu gestalten und somit auch im eigenen Sinne zu beeinflussen.
Aus welchen Gründen auch immer verzichten in Deutschland zu viele Menschen darauf, Einfluss zu nehmen auf das, was sie selbst betrifft. Natürlich ist der Einfluss des einzelnen zunächst sehr begrenzt und als Individuum ist er kaum spürbar. Und dennoch ist jede einzelne Stimme unverzichtbar und unbedingt notwendig um die Verteilung der Meinungen und den Wunsch der Mehrheit festzustellen. Es gibt KEINE vernünftige Erklärung, sich nicht am politischen Willensbildungsprozess zu beteiligen und in meinen Augen ist das Nicht-Wählen unentschuldbar und trägt mehr zu politischen Fehlentwicklungen bei als alles andere.
Hier ist dringender Handlungsbedarf und es wäre eine vornehmliche und dringende Aufgabe der Parteien und der Parlamente, die Menschen wieder zur Beteiligung zu bewegen - auch in die Pflicht zu nehmen.
Ein Verständnis davon, dass politische Enthaltsamkeit zwangsläufig immer die Meinung der "Anderen" aufwertet darf keine abstrakte mathematische Größe sein, sondern muss wieder in den Gedanken und Gefühlen der Menschen ankommen.


 Die entsolidarisierte Gesellschaft


Natürlich gibt es eine Menge Solidarität und unzählige Beispiele dafür, dass Menschen füreinander einstehen und ihre Kraft und ihre Zeit für das Wohl der Anderen einsetzen. Die Rettungsdienste, die unzähligen freiwilligen Feuerwehrfrauen und -männer, Sport- und Musikvereine, Nachbarschaftshilfen und Viele mehr zeigen tagtäglich, dass Menschen für Menschen da sind. Dennoch glaube ich, dass wir als Gesellschaft fundamentale Übereinkünfte verloren haben.



  • Wie kann es denn sein, dass Gewerkschaften heute weitgehend einen so schlechten Ruf haben? Diejenigen, die maßgeblich dafür verantwortlich sind, dass es so vielen Menschen in Deutschland überhaupt so gut geht? Diejenigen, die in geradezu typischer Weise gezeigt haben, dass man etwas erreichen kann, wenn man füreinander einsteht und das die Interessen des "kleinen Mannes" Gewicht haben, wenn man sich nur zusammenschließt und füreinander einsteht?

  • Wie kann es sein, dass wir in einer Zeit, in der unsere Bevölkerungszahl zurückgeht, in der wir einen demografischen Wandel erleben, die folgerichtigen Schritte nicht gehen und die Grundpfeiler der Solidarität nicht stützen. Eine Krankenversicherung in die ausnahmslos alle einzahlen und eine Rentenversicherung, in die ausnahmslos alle einzahlen und in der beide Systeme ohne Ausnahme für alle Menschen die tatsächlich notwendige Grundversorgung gewährleisten?

  • Wie kann es sein, dass wir nicht in der Lage sind ein Steuersystem zu schaffen, dass insofern Gerechtigkeit und Gleichheit umsetzt, als das jeder entsprechend seiner wirklichen Leistungsfähigkeit für die Gemeinschaft einsteht?

  • Wie kann es sein, dass wir Ungleichheit in den Bildungschancen haben, wo wir doch alle ausnahmslos davon profitieren würden eine kluge und gebildete Gesellschaft zu sein.


Diese und andere Fragen dürften sich in einer Gesellschaft nicht stellen, wenn doch das gemeinsame Wohl eines der Hauptversprechen unseres Grundgesetzes ist. Das Verständnis dafür, dass etwas dann gerecht ist, wenn es dem Wohle der überwiegenden Anzahl an Personen dient und dort auch spürbar und erlebbar ist, ist uns abhanden gekommen. Solidarität, welche nicht unmittelbar erlebbar und spürbar ist, ist möglicherweise keine.


Die entspriritualisierte Gesellschaft


Und auch in geistiger Hinsicht ist unserer Gesellschaft eine weitere und größere Sicht abhanden gekommen. Der Glaube an eine Kraft, die Hürden überwindet, die größer ist als Sachzwänge und Statistiken. Der Glaube daran, dass es größere Ideen gibt.


In unserer Gesellschaft waren das die christlichen Werte, stark von den Kirchen geprägt. Hier gab es eine Übereinkunft bei einem Großteil der Bevölkerung. Jetzt haben wir eine doch weitgehend säkularisierte Gesellschaft.
Unser Grundgesetz gibt uns die Menschenrechte, sorgt dafür das es unveräußerliche Dinge gibt, denen wir sicherlich alle zustimmen können. Das Meiste davon ist christlich geprägt. Unser Denken und Handeln ist weitestgehend christlich geprägt. Zumindest im weitesten Sinne auch immer noch für diejenigen, die das von sich weisen würden. Dennoch - die Mehrzahl an Übereinkünften darüber, wie wir uns tagtäglich im Umgang miteinander verhalten, die Mehrzahl der Übereinkünfte, welche in unseren Gestzgebungen fixiert sind, sind immer noch in der Tradition unseres Gemeinwesens zu betrachten.
Die abnehmende Rolle der Kirchen und das weniger gewordene Gehör haben ein Loch hinterlassen, an Stelle dessen nicht wirklich etwas getreten ist. Diese in Teilen unbarmherzige und diktatorische Stimme des gemeinsamen Glaubens ist der Aufklärung gewichen und hat - ein Loch hinterlassen.
Das zeigt sich in vielen verschiedenen Punkten. Diskussionen um Gentechnik und Sterbehilfe sind Paradebeispiele dafür, wie unglaublich schwierig solche Themen zu diskutieren sind. Themen - zu denen es ehemals vielleicht sehr schnell eine gemeinsame Meinung gegeben hätte.


Auch der Umstand, das "Ersatzreligionen", Esoterik, Sekten oder sonstige religiös gefärbte Denkweisen zunehmendes Interesse finden spricht dafür, dass unsere Gesellschaft durch die Säkularisierung zwar etwas gewonnen hat, aber auch eine Lücke geblieben ist, die wir als Gesellschaft bisher nicht schließen konnten.



Warum ich das alles schreibe?
Weil auch ich mitunter von einem Gefühl oder vielmehr von diffusen Gefühlen eines Verlustes geplagt bin. Auch ich erlebe es, mehr Probleme in unserer Gesellschaft zu beobachten, welche in vergangenen Zeiten vielleicht keine gewesen wären.
Weil ich die unerschütterliche Gewissheit vermisse, welche ich einstmal hatte: Das sich das Gute und Sinnhafte, das Gemeinsame und das dem gemeinsamen Wohl verpflichtende Gedankengut immer durchsetzen wird.
Ohne Ausnahme und ohne Ansehen der Person.
Gut ist, was für Alle gut ist - dieses Credo in der heutigen Zeit zu finden wird immer schwieriger. Und ich Glaube viele Menschen vermissen genau diese Gewissheit.



Cicero sagte:
Das Gemeinwesen besteht aus der Anerkennung des gemeinsamen Rechts und des gemeinsamen Nutzen. 


Frei übersetzt könnte man sagen: Nur wenn für Alle das Gleiche gilt – und nur wenn eine Entscheidung oder ein Gesetz in gleichem Maße für Alle Mitglieder des Gemeinwesens die Sicherung und den Fortbestand des gemeinsamen Wohles bedeutet, ist es zugleich eine Entscheidung, welche den Fortbestand des Gemeinwesens sichert.


In einer Welt ohne Visionen und ohne gemeinsame Ziele wirkt es sich eben verheerend aus, wenn am Ende der Eindruck besteht politische Entscheidungen seien ausschließlich Interessen-bezogen und kein Teil eines größeren Ganzen, welches dennoch gut für jedes einzelne Individuum ist.
Denn in einer solchen Welt, in der je nach Interessenlage entschieden, geurteilt und gehandelt wird, setzt sich immer der Stärkere durch. Und aus Sicht einer Bevölkerung ist das jeweils eine Minderheit - und die in sich selbst gefühlte Mehrheit schaut in die Röhre.

Einigkeit und Recht und Freiheit

Es sind schöne Worte, welche in unserer Nationalhymne erklingen. Und schöne Worte von Freiheit und Gleichheit, von Unverletzlichkeit und Würde, vom gemeinsamen Wohl und gleichen Rechten, welche unser Grundgesetz zieren. Es ist die Rede von universellen Rechten, von Menschenrechten und auch vom gemeinsamen Wohl als einer übergeordneten Richtschnur menschlichen und politischen Handelns.

Und es ist die Absenz dieser Begriffe und der damit verbundenen Gefühle, welche Menschen unzufrieden macht, sich unsicher fühlen lässt und Ängste entstehen lässt.

In einer Welt, die sich immer weiter dreht, in der alle Probleme gleich globaler Natur sind oder für global und alternativlos gehalten werden, ist das Positive, das Verbindende, das Wohltuende und Beschützende politischen Handelns kaum noch erlebbar und erst recht nicht fühlbar.

Politik richtet sich heute nach Sachzwängen, nach finanziellen Möglichkeiten, nach Rücksichtnahme auf politische und (vor Allem) wirtschaftliche Systeme aus. So erleben es die Menschen und fühlen sich abgehangen, ausgeliefert, verzweifelt oder auch wütend. Sie reagieren darauf unterschiedlich. Mit Schweigen. Mit “Nicht-Wählen”. Mit Zugänglichkeit für neue Argumente und Sichtweisen. Mit Protest oder Rückzug ins Private. Selten mit Aktion oder Engagement. Und wenn Sie sich engagieren, dann geraten sie nur allzu schnell in die Mühlen der Politik. Realismus und Kompromissbereitschaft. Wege der kleinen Schritte. Irrwege des Durchsetzbaren und Verhandelbaren. Auf der Strecke bleiben die Visionen, die Wahrheit und – der Mensch.

Das ist es nämlich, was fehlt. Die Rückbesinnung auf einfache und wahre Erkenntnisse. Fern jeglicher religiöser, politischer oder wirtschaftlicher Fragestellungen. Die Bewältigung der Komplexität gelingt anhand der Rückbesinnung auf die Einfachheit und Schlichtheit – nicht durch Rücksichtnahme auf die Megakomplexität einer multikulturellen und mulitreligiösen Globalität heutiger Gesellschaften und Wirtschaftssysteme. Der Schritt zurück birgt die Vision einer besseren Welt.

Die Menschenrechte und unser Grundgesetz weisen doch den Weg. Wir sollten es ernst nehmen und damit die Menschen ernst nehmen.

Meinen wir es doch einfach mal ernst mit Gleichheit. Dann schaffen wir Bildungsschranken ab, reden nie wieder über ungleiche Bezahlung und fragen nicht mehr nach Religion und Weltanschauung.

Meinen wir es doch einfach mal ernst mit Gemeinsamen Wohl. Dann zahlen wir alle in ein Rentensystem, schaffen ein Gesundheitssystem, das von allen getragen wird und in dem es sich verbietet, das es Profiteure gibt. Hier geht es nämlich in beiden Fällen um den Kern der Gemeinschaftlichkeit. Darum, das Jeder für Jeden da ist. Und hierzu kann und darf es keine Ausreden und keine Ausnahmen geben.

Stellen wir den einzelnen Menschen und das Denken an die Unverletzlichkeit der Würde eines jeden Menschen ins Zentrum unseres Denken und unseres Handelns. Nur das, was für jeden einzelnen Gut und Tragbar ist darf Ziel politischer Entscheidungen sein. Der Spielraum für Individualität, Freiheit und Erfolg des “anderen” Einzelnen wird dadurch nicht eingeschränkt, es ändern sich lediglich die Spielregeln.

Lassen wir uns nicht mehr beeindrucken von angeblichen Alternativlosigkeiten sondern verstehen wir sie als Aufforderung Besser, Gerechter, Kreativer und Vorbildlicher zu sein als andere. Lasst uns nicht Wege suchen, auf denen wir durch das Dickicht laufen. Lasst uns aus dem Dickicht treten und unter der Sonne wandeln.

Ich möchte in einem Land leben, in dem man auf die klugen Köpfe wieder hört. In dem es Visionen gibt die keinen Kotau vor angeblichen Realitäten machen. Ich möchte Parteien erleben, die klare, unverrückbare und unverhandelbare Grundsätze ihr eigen nennen. In denen es unverrückbare Richtlinien und Orientierungen gibt an denen man sich messen lässt.

Ich möchte in einem Land leben, in dem jegliches Handeln von Politik und Wirtschaft daran gemessen wird, ob es etwas Gutes für einen Jeden bewirkt. Ob es gemessen am Wohl der Menschen einen Fortschritt birgt und klüger und besser ist als etwas, dass vorher da war.

Das ist meine Vision – dass Menschen mit Visionen Gehör finden. Visionen die sich messen lassen und den Menschenrechten und an den Maßstäben des Grundgesetzes. Und an Einigkeit und Recht und Freiheit für einen Jeden.

Und täglich grüßt das Murmeltier

Eigentlich ermüdend.

Und traurig.

Das es immer noch aktuell ist und es keine Aussicht auf Besserung gibt.

Daher noch einmal die Wiederholung (von der Wiederholung). Original aus den 90ern, 2006 das erste mal im (damaligen) Blog:

 

So soll Deutschland sein?

Veröffentlicht am 24.04.2006

Im Fernsehen gesehen, in der Zeitung gelesen. Wie geht Deutschland mit Flüchtlingen um, die in Ihren Heimatländern verfolgt werden? Gern genommen sind Sammelstellen wie z.B. ausgediente Kasernen, in denen die Flüchtlinge erstmal “gesammelt” werden. In der Hoffnung, sie gleich wieder abschieben zu können?
Mich hat ein entsprechender Fernsehbericht aus einem Sammellager in Berlin seinerzeit zu folgenden Zeilen verleitet:

So soll Deutschland sein?

Von zu Hause fortgetrieben
ist ihm Deutschland nur geblieben.
Doch in dem gelobten Land,
den Flüchtling neuer Terror fand.
Hinter Mauern hinter Draht,
ganz weit draußen vor der Stadt,
weit hinter Beton verborgen
werden Gesetze ihn entsorgen.
Doch eins soll Deutschland ihm nie sein,
erhoffte Flucht vor Not und Pein!