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Twitter (11)

In diesem Monat habe ich außer meiner eigenen Timline recht wenig auf Twitter angesehe. Daher findet Ihr hier überwiegend die üblichen Verdächtigen:


















Mehr davon findet Ihr wie immer via Anne und JanBob.

K1 bloggt

Ab heute gibt es die neue Kategorie K1 bloggt. Hier wird, vermutlich in extrem unregelmäßigen Abständen und nur unter Zwang K1 (12) aus seinem Leben berichten. So lernt er (vielleicht) das das Internet nicht nur aus Youtube (Musik und Minecraft-Videos) besteht, das man dort kommunizieren kann und das es auch nützliche Dinge über das Internet zu wissen gibt (und man dort auch nützliche Dinge suchen kann).

Bleiben wir gespannt Zwinkerndes Smiley

Wenn heute schon morgen wäre

Wenn heute schon morgen wäre, dann könnten wir in die Zukunft schauen.
Nur ein kleines Stück, aber in die Zukunft.
Und so ein kleines Stück in die Zukunft zu schauen, das wäre manchmal eine große Hilfestellung. Zu wissen, dass uns diese eine Sorge morgen nicht ereilt. Zu wissen, dass dieser eine Tag ein guter Tag sein wird. Dass die schlechte Nachricht ausbleibt.
Es wäre so schön, wenn wir nur dieses kleine Stück Gewissheit hätten, das morgen ein guter Tag wird. Oder eben kein schlechter.

Nur ist es nicht so. Denn egal, wie weit wir in die Zukunft schauen könnten – es ändert nichts daran, dass es die Zukunft ist. Es wäre ja nur schön und hilfreich, wenn es die guten Nachrichten wären, die uns ereilten. Oder die Abwesenheit von schlechten Nachrichten wäre – je nach Lebenssituation – eben auch eine gute Nachricht. Es ist aber eben die Zukunft. Und welche Art von Nachrichten uns ereilt,dass wissen wir nicht. Wir wissen es nicht für die ferne Zukunft und wir wissen es nicht für eben diesen Moment. Nicht einmal für das Jetzt.

Diese Erkenntnis ist trivial. Das Leben – ob gut oder schlecht – findet hier statt. Im Jetzt und in diesem Moment. Und die Zukunft ist immer eine Aussicht.
Das ist ein wenig wie beim Bergsteigen. Man wünscht sich, dass der steile und beschwerliche Weg sich lohnt. Und man weiß – in der Regel wird man auf dem Gipfel mit einem Atemberaubenden Anblick belohnt. Viele Bergsteiger, wahrscheinlich wohl die Meisten, dürfen das erleben. Das ist ein Teil der Antriebs, der die Menschen nach dem Gipfel streben lässt und sich diese Gefahren auferlegen lässt. Und dennoch – da macht man sich beim schönsten Wetter auf den Weg, hat eine prima Ausrüstung und reichlich Verpflegung. Zusätzlich hat man noch diese Seilschaft aus lieben und zuverlässigen Menschen, deren starken Händen man sich blind anvertrauen mag und für deren Leben man das Eigene zu opfern bereit wäre. Doch das Wetter in den Bergen ist mitunter launisch und wechselhaft. Aus dem schönsten Sonnenschein wird plötzlich Nebel. Wolken ziehen auf oder gar Unwetter. Manchmal so plötzlich, dass eine Umkehr nicht möglich und selbst das Innehalten und Abwarten scheinbar keine Möglichkeit eröffnet.
Wird man den Gipfel erreichen. Wird man dort mit dem ersehntem Anblick belohnt? Ist es ein Weg voller Mühen und Gefahren und am Ende war nur der Weg das Ziel?

Denkt man sich die verschiedenen Szenarien aus, so scheint mir, das Bergsteigen ist eine gute Metapher für das Leben. Für die Hoffnung auf diese grandiose Aussicht, die das Erreichen des eigenen Lebenszieles bietet. Wie zum Beispiel die Rückschau auf ein langes Leben, die Rückschau auf die Weggefährten und den Halt und das Vertrauen, das man sich schenkte. Die neuen Begleiter, welche man auf dem Weg fand und welche sich in Form von Kindern und Kindeskindern wie Wegmarken an der eigenen Spur zum Gipfel aufreihen. All die vielen Mühen und kleinen Belohnungen auf diesem Weg, die uns auf dem Gipfel die Luft und das Licht so rein erscheinen lassen und uns einen Moment voller Glück schenken der uns sagt – nun hast Du Alles erreicht, nun könntest Du gehen.

Diese Bilder und Gedanken können in der Tat ein Bild für den Weg durch das Leben sein. Das viele auf und ab. Die Höhen und Tiefen, die leicht zu durchschreitenden Ebenen und die vielen Glücksmomente auf den Gipfeln nach ganz oben.
Aber auch für die Täler – die Rückschläge und die falsch eingeschlagenen Wege. Für den Steinschlag, den Durst, den Hunger und die Kälte. Für erwartete und unerwartete Erschwernisse. Und für die Erkenntnis – das die Natur sich am Ende nicht beeindrucken lässt von unseren Mühen. Egal wie sehr wir kämpfen, egal wie gut wir uns vorbereiten. Am Ende ist es die Natur, die uns eine Überraschung bereit hält oder uns den Weg bis zum Gipfel gehen lässt.

Wir möchten immer planen und vorbereiten. Wir möchten gerne sicher sein den Gipfel zu erreichen. Vielleicht verlieren wir dabei manchmal das wesentliche aus den Augen. Den Moment zu genießen und diesen Genuss auch in Herausforderungen oder gar Rückschritten zu suchen. Der Weg ist vielleicht nicht das Ziel – aber der Weg ist der Weg.

Alle Gipfel, ob groß oder klein, bieten atemberaubende Aussichten. Und alle Gipfel liegen auf eben diesem einen Weg.

Am majestätischsten jedoch – und am Schönsten auch, sind die Gipfel wenn man unten steht. Wenn sie fern sind und scheinbar unerreichbar. Für den Körper – und nicht für den Geist.

Vom Schützenverein im Sommerloch

Wohl war – ein Raunen geht durch die Republik. Ungläubiges Kopfschütteln und manchmal auch verzweifeltes Haare-Raufen. Denn irgendwas ist faul im Staate Deutschland. Genauer gesagt in Sönnern. Und noch genauer gesagt im dortigen Schützenverein. Doch was ist passiert, das plötzlich ein Aufschrei durch die Republik halt?
Nun, lesen Sie selbst:

Nur ein Christ darf König sein

Und in der Tat – auch ich schüttle mein Haupt und denke mir – das darf doch nicht wahr sein. Lasst doch diesen Mann Schützenkönig sein. Und mehr noch – lasst doch diesen Verein seinen Schützenkönig wählen wie er mag. Damit ist meine “Empörung” aber ehrlich gesagt nahezu aufgebraucht.
Doch dann lese ich von dem werten Herrn Verbandsprecher, den man in der alten Sprache möglicherweise als tumben Toren hätte bezeichnen wollen. Ein Herr, der vielleicht nur seine Pflicht erfüllt und die Aufgabe hat, die Satzung und somit die “ehrenwerte” Geschichte der christlichen Schützenbruderschaften hochzuhalten. Vielleicht tut er es auch aus tiefer innerer Überzeugung – ich weiß es nicht. Er tut jedenfalls mehr als nur seine Pflicht – er erinnert die Schützenkollegen in Sönnern an Ihre eigene Satzung. Ein Versäumnis, dass man sie dort vergass. Aber er macht halt auch diesen unsinnigen Vorschlag – der Muslim möge doch vielleicht konvertieren. (Hier bremse ich mich, da möchte ich mir doch keinen Ärger einhandeln. Aber ich habe eine recht deutliche Meinung zu diesem Vorschlag und würde ihn gerne mit ebenfalls recht deutlichen Worten kommentieren – doch meine gute Erziehung verbietet es mir)

Den Schützenbrüdern mag nun aufgefallen sein, dass Ihnen ein “Fehler” unterlief und sind nun in der Zwickmühle. Was ist Ihnen wichtiger – ihr Schützenkönig und Freund – oder Satzung und Tradition?
Ich habe keine Erkenntnis, inwiefern dies nun eine Diskussion vor Ort auslöst, aber dem Tenor der Berichterstattung nach vermute ich, Sie suchen nach einem Weg im Sinne Ihres Freundes – aber ich weiß es nicht. Man hat sich in Sönnern meiner Einschätzung nach nichts zu Schulden kommen lassen, außer die Satzung und das ach so geduldige Papier weniger präsent im Kopf zu haben, als das aktive und freundschaftliche (in Schützenkreisen gerne als “kameradschaftlich” bezeichnet) Miteinander.

Nun ist aber – und das dürfen wir dem Verbandssprecher und Hüter der Satzung zu verdanken – der Fall ein Politikum geworden. Ein Sinnbild der Integrationsdebatte in Deutschland. Ein Zeichen dafür – das immer noch nicht alles rund läuft, wenn es darum geht, Mitbürger jeglicher Herkunft und jeglicher Religion völlig gleichberechtigt in unsere Gesellschaft aufzunehmen. Eilig wird die Empörungsmaschine angeworfen und wir vermischen alles was sich nicht wehrt, zu einem klebrigen Empörungsbrei, der die “Integration in Deutschland”, das Brauchtum und gleich gar die Vereinbarkeit freiwilliger Vereins- und Verbandssatzungen mit dem Grundgesetz in typisch deutscher Pauschalisierungswut zusammenmischt und kommen zu der Einsicht – Deutschland ist kein gutes Land, weil man sich an selbst auferlegte und demokratisch legitimierte Regeln hält anstatt einfach drauf zu pfeifen.

Lassen wir doch mal einige kleine Punkte einfach so Revue passieren:
1) Jeglicher Verein darf (und muss sogar) sich eine eigene Satzung geben. Darin werden Sinn und Zweck und Ziele des Vereines festgelegt. Das geschieht freiwillig, zudem demokratisch und legt den gemeinsamen Nenner des Wirkens und Schaffens eines Vereines fest. Teilt man diese Regeln, Einstellungen und Ziele, hat man Spaß oder Interesse am Thema, so kann man in Erwägung ziehen dort Mitglied zu werden – oder eben nicht. Da verhält es sich eigentlich genauso, wie bei den Parteien.
2) Eine Satzung muss nicht für die Ewigkeit sein, ist aber auch nicht einfach mal so zu verändern, wenn der Verein an bestimmten Zielen festhalten möchte oder eben selbst wieder Mitglied eines Vereines, nämlich eines Verbandes ist. Da wird es deutlich komplexer.
3) In Sönnern gibt es einen Verein, dessen gelebte Realität sich von der Satzung entfernt hat. Papier ist geduldig und irgendwie hat einiges von dem, was in der Satzung steht offensichtlich an Bedeutung verloren (oder vielleicht auch nie gehabt). Wie auch immer – man hat nicht daran gedacht, weil es nicht wichtig war.
4) Nun gibt es einen Konflikt. Man ist als Verein Mitglied eines Verbandes und innerhalb des Verbandes spielen nun Dinge, die im örtlichen Vereinsleben keine Rolle mehr spielten, doch wieder eine Rolle. Man könnte dies als Entfremdung vom Verband, als Abkehr von ursprünglichen Zielen oder einfach nur als Folge einer sich verändernden Gesellschaft sehen. Jedenfalls ist es die Folge einer tollen und gelungenen Integrationsgeschichte und nicht Ausdruck von gescheiterter Integration. Aber es sit außerhalb der Satzung sowohl des Vereines als auch des Verbandes.
5) Der Verband hat durchaus das Recht – oder sogar die Pflicht gegenüber seinen anderen Verbandsmitgliedern – auf die Einhaltung der selbst auferlegten Regeln und Satzungen zu pochen. Schließlich geht es um die fundamentale Übereinkunft, welchen Zwecken und Zielen man als Verband dienen möchte. (Hier bitte wertfrei bleiben!) Ansonsten macht die ganze Chose keinen Sinn. Ich glaube, wir würden auch nicht darüber diskutieren, wenn die NPD Mitglied in der Europäischen Linken werden wollte. (AUA – was ein Vergleich …und ja, natürlich hinkt dieser Vergleich!)

Und nun? Wieso finde ich diese Empörung übertrieben und halte das für eine Geschichte aus dem Sommerloch?

Ich finde, man sollte sich einfach mal freuen. Für den Herrn G. und für den Schützenverein in Sönnern. Dort hat man (fast) alles richtig gemacht. Man hat auf Freundschaft und Herz gehört, man hat sich zusammengefunden. Und man hat vergessen sich die Frage zu stellen, was denn heute der Kern des Vereines, der Quell der Übereinkunft innerhalb des Vereines und somit Sinn und Zweck des Vereines heute ist und dies mit der Satzung abzugleichen. Ein Versäumnis, das man nun sicherlich diskutieren wird.
Im Idealfall wird man die Satzung ändern und sich dabei bewusst sein, dass sich dies mit der Satzung des Verbandes nicht verträgt. Nun gut – in Sönnern muss man nun abwägen was wichtiger ist – die Vorteile des Verbandes oder das einsame isolierte Dasein des Vereins – allerdings mit einer tollen Truppe, die ein klares Signal setzt was ihr lieb und wichtig ist. Damit würde man ein tolles Zeichen setzen auch für andere Vereine, sich einmal kritisch mit ihren alten Satzungen auseinanderzusetzen. Möglicherweise findet sich der ein oder andere Verein dem es dann auffällt, das Satzung oder Teile der Satzung mit der Realität in ihrem Verein nichts mehr zu tun haben. Und dann verändert sich von unten noch oben vielleicht auch der Verband (der ja nichts abstraktes ist, sondern sich aus Menschen zusammensetzt, die aus den vielen Mitgliedsvereinen stammen).

Und der Verband hat nun hoffentlich auch so schon was gelernt: Das man in Zukunft vielleicht einfach nur darauf hinweist, das da etwas nicht mit den Statuten übereinstimmt und sachlich und neutral die Folgen benennt ohne dumme, saublöde Vorschläge zu machen, ohne zu drohen und ohne sich selbst lächerlich zu machen. Irgendwann am Ende wird sich dieser Verband aktualisieren müssen – weil die Welt sich weiterdreht, weil seine Vereine sich verändern und weil die Vereine die Regeln aktualisieren werden.
Aber ein Verband ändert sich nicht, nur weil wir glauben es sei nicht in Ordnung auf die Einhaltung von Regeln zu achten. Denn das ist in Ordnung, auch wenn es nicht unsere Regeln sind. Aber daher sind wir ja auch nicht im Verband (geschweige denn im Schützenverein).

Ganz am Ende bleibt von dieser Geschichte nichts, was diese riesen Aufregung und schon gar nicht irgendeine Empörung rechtfertigt. Bei genauem Hinsehen ist es eine Geschichte vom Wandel unserer Gesellschaft. Ein positives Beispiel und eine Mahnung an all diejenigen, die glauben, gesellschaftlicher Wandel ginge so ohne Haken und Ösen. Ein Wandel wie z.B. hinsichtlich der Integration sind ein Prozess während dem man sich immer wieder neu orientieren muss. In dem man sich immer wieder neu vergewissern muss über den gemeinsamen Nenner, über das was wirklich wichtig ist.
In Sönnern war das Leben schneller als die Strukturen und das Bewusstsein im Verein. Das wird man jetzt wohl nachholen.