Skip to content

Transparenzheuchelei

Das nervt ja mal wieder gewaltig. Peer Steinbrück soll offenlegen!


Was denn bitteschön???


Öffentliche Auftritte? Vielleicht eben nur halböffentlich, mag sein - aber angegeben hat er es!


Die Auftraggeber? Sind Agenturen keine Auftraggeber? Auftraggeber ist, wer bezahlt, wenn es die Agenturen waren, dann muss er diese angeben - basta!



Das nervt - dieses Geschreie. Der Mann hat die Regeln meines Erachtens erfüllt. Regeln die nicht strenger sind, weil die jetzigen Schreihälse es nicht wollten! Bei so einer Heuchelei kriege ich das Kotzen!


Sachlicher und besser kann es übrigens die Frankfurter Rundschau: Die Stunde der Heuchler

Ein paar einfache Wahrheiten über Sprache in der Politik


It's the economy, stupid! _ Es ist die Wirtschaft, Dummkopf!
Vielleicht war es tatsächlich diese Wahlkampfparole, die Bill Clinton im Jahre 1992 die Präsidentschaftswahlen in den USA gewinnen ließ. Und auch heute noch, vielleicht sogar mehr denn je, werden Wahlkämpfe und die gesamte politische Debatte von Wirtschaftsthemen dominiert. EURO-Krise, Rentendebatte, Arbeitslosigkeit, wirtschaftl. Auf- und Abschwung, Wirtschaftsprognosen, Exportentwicklung, Außenhandelsüberschüsse, Sozialleistungen und so weiter und so fort. Die Diskussionen finden unter sich zunehmend schneller verändernden Rahmenbedingungen statt. Kaum ist eine Idee am Entstehen, ist sie schon von der Wirklichkeit überholt. (ESM???). Oder aber es gibt diese Idee nicht wirklich und die Diskussion tritt seit gefühlten Urzeiten auf der Stelle (Rente???). Doch woher kommt diese Unfähigkeit der Poltik wirklich etwas substantielles zu bewegen? Warum können Ideen wie z.B. das bedingungslose Grundeinkommen, das tatsächlich geeignet wäre eine Gesellschaft zu verändern, keine größeren gesellschaftlichen Debatten auslösen?


Liegt es wirklich daran, das wir in den Fängen einiger weniger Wirtschaftsbosse dahindümpeln? Das Politik, Gewerkschaften und Wirtschaft in einer unheilvollen Allianz das Volk dumm und unter der Fuchtel halten? Daran das die Menschen sich einfach nicht mehr für Politik interessieren, weil sie wahlweise zu dumm, zu faul, zu uninteressiert oder zu frustriert und desillusioniert sind?


Daran mag ich nicht glauben. Woran ich aber glauben mag - weil es mir ständig auf stößt - in der Presse, in den unzähligen Interviews und Talkrunden, ist die Macht der Sprache. Genauso wie wir gefangen sind in einer Sprache die uns in die immer gleiche Richtung zwingt, die uns einengt, statt Horizonte zu öffnen, genauso kann die Sprache uns befreien und neue Möglichkeiten öffnen. Unzählige Phantasie-reisen bei der Literaturlektüre sind der Beweis.


Dabei ist vermutlich die erste Hürde gleich die schwierigste. Sprache modernisiert sich eigentlich von selbst. Es ist der sogenannte Sprachgebrauch, der dafür sorgt, das die Sprache immer auf der Höhe der Zeit ist. Doch Prozesse, die eigentlich von alleine funktionieren, sind in der Politik mitunter ausgehebelt. Weil man sich diesen Prozessen verweigert oder sie gar misbraucht (Propaganda).


Warum aber nun wir, und hier schließe ich alle frei und unabhängigen Menschen mit ein und besonders auch die Medien, uns der Macht der Sprache entziehen, ist eigentlich nicht erklärbar. Hier fehlen eigentlich nur ein paar kluge und wortgewandte Köpfe, die uns helfen die eingefahrenen Denkweisen aufzubrechen und uns befähigen, unseren Politikern die wirklich unangenehmen Fragen zu stellen, die dementsprechend dann einen wirklichen Handlungsdruck erzeugen.


Ich will es einmal mit einem Beispiel versuchen - Dem Begriff der Arbeitslosigkeit.
Hier sollten gleich alle Alarmglocken klingeln, denn es ist eine einfache Wahrheit, das sich der heutige Arbeitsmarkt nicht mehr mit Arbeitslosigkeit oder Erwerbstätigkeit im bisher gebräuchlichen Sinne beschreiben lässt. Arbeitslosigkeit als beschreibende Größe wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit ist zur politischen Parole verkommen, hat aber mit der Lebenswirklichkeit der Menschen in unserem Land nichts mehr zu tun. Hier müsste man dringend unterscheiden zwischen Arbeit, die den jetzigen Bedarf sichert UND eine Vorsorge erlaubt und verschiedenen Arbeits- und Erwerbsformen, die diese Möglichkeit nicht geben.
Der viel beschworene Rückgang der Arbeitslosigkeit ist ja bekanntermaßen ein bitterer Erfolg und zudem nur einer für Statistiker.


Um aber eine sinnvolle, nicht in immer gleich lautenden Platituden verhaftete Diskussion über die Verbreitung von Erwerbsarbeit zu führen, müsste man sich eben auch von Begriffen trennen. Eine Arbeit sollte nur dann eine Arbeit sein, wenn man davon leben und vorsorgen kann. Jegliche Form von Erwerbstätigkeit, die das nicht kann bis hin zur "Arbeitslosigkeit sollte anders heißen. Hier wäre dringend eine neue Sprache nötig - dann fiele das Täuschen und Tarnen viel schwerer.


Es gibt sicher viele weitere Begriffe, die unsere heutige Lebenswirklichkeit nicht mehr zutreffend beschreiben, die aber in der Sprache der Poltik (und damit meine ich keineswegs die Politiker, sondern uns alle und vor allem die "kritische und unabhängige Presse") immer noch gebräuchlich sind und guten neuen Ideen im Wege stehen. Leider bin ich jetzt gerade viel zu müde um weiter zuspinnen, aber ein anderes mal fällt mir sicher in neues Beispiel ein.


Und welches Beispiel fällt Euch ein?