Vorweihnachtliche Bastelstunde
Plätzchen backen in der Weihnachtszeit ist ja das Eine. Aber an Weihnachten wollen ja Plätzchen oder andere Leckereien auch ansprechend auf den Tisch gebracht werden. Eine Möglichkeit dazu ist eine Etagere. Aber nicht irgendeine, sondern eine selbstgemachte.
Da meine liebe Frau die passenden Bausätze dazu vertreibt, mussten wir uns im Rahmen einer Qualitätskontrolle natürlich davon überzeugen, das alle gemachten Versprechen auch eingehalten werden. So haben wir ein paar passende alte Teller gesucht und uns eine Etagere selbst gebaut.
Das Ergebnis sieht so aus und wird uns nicht nur in der Weihnachtszeit mit Keksen gefüllt erfreuen, sondern auch im restlichen Jahr als Obstteller oder Ähnliches dienen.
Wenn Ihr auch so etwas Schönes Euer eigen nennen wollt, ein paar passende Teller oder auch eine Tasse übrig habt, dann könnt Ihr fast schon loslegen.
Den passenden Bausatz und, wenn notwendig, die passenden Bohrer zum Keramik bohren findet Ihr bei NaniNono.
Selma Lagerlöf im Advent
Am Wochenende feierten wir den 70. Geburtstag meiner Mutter. Ihr eigentlicher Geburtstag liegt zwar schon zwei Monate zurück, aber wie es so ist, sollte dieser "runde" Geburtstag mit einer größeren Feier gewürdigt werden. Nun stammt meine Mutter aus einem kinderreichen Haus und hat heute noch 10 Geschwister. Diese haben natürlich wiederum Kinder und Kindeskinder (gerne ein "und so weiter einfügen).
Will heißen: Unsere Familie ist sehr groß. Erst recht dann, wenn man noch die Cousins und Cousinen meiner Mutter mit ins Boot holt und es wundert nicht, dass wir zu dieser Feier letzten Endes ein ganzes Hotel belegen mussten um alle Gäste unterzubringen. Der ganze Tag war ein einziges "Hallo" und "weißt Du noch" und die Zeit verging im Fluge. Am nächsten Tag gab es noch ein großes gemeinsames Frühstück und danach machten sich alle wieder auf jeden einzelnen Winkel Deutschlands zurück zu erobern.
Meine Kinder, die den größten Teil dieser Riesenfamilie kaum oder nur flüchtig kennen, freuen sich immer sehr auf diese sehr seltenen familiären Zusammenkünfte. In aller Regel treffen sie in den Kindern meiner Cousins oder Cousinen dort auf Gleichaltrige. Irgendwie zwar fremde Kinder, doch qua des Status "Familie" dennoch unsichtbar vertraut. Ich glaube diese unsichtbare Verbindung "Familie" macht es ihnen leichter sich zu öffnen und innerhalb einer sehr kurzen Zeitspanne eine ad-hoc Freundschaft einzugehen und ebenso wie die Erwachsenen (die sich in der Regel schon lange kennen) eine wirklich gute Zeit zu haben. Diese Selbstverständlichkeit, mit der die Kinder sich dort zusammenfinden hat mich mehrfach schon erstaunt und in mir die Frage aufkommen lassen, ob Familie (und zwar nicht nur die enge, weitere Familie, sondern auch die "weitere" Familie) nicht doch durch dieses "unsichtbare Band" aneinander gebunden oder miteinander verbunden sind. Die Kinder empfinden offensichtlich so etwas, denn die scheinbare Sicherheit dieses familiären Rahmens lässt sie sich nicht nur öffnen, sondern sie entwickeln darüber hinaus auch eine gewisse Neugier.
So hat sich mein älterer Sohn, wohlerzogen wie er ist (übrigens der Verdienst des Vaters :-) ) bei unserer Ankunft auf den Weg durch die Menge gemacht um sich überall vorzustellen. Dabei kam er mit dem Cousin meiner Mutter, einem fast 70 jährigen Ingenieur ins Gespräch. Die beiden teilten sich den Tisch beim Abendessen und unterhielten sich lange, tauschten am Ende die Email-Adressen aus und verabschiedeten sich am Ende des Wochenendes wie zwei alte Freunde. Ich wunderte mich ein wenig über dieses Gespann, freute mich aber andererseits darüber, das mein Sohn insgesamt ein so großes Interesse an der Familie zeigte. Meine Nachfragen allerdings, worüber man sich unterhalten hatte wurden mit einem "alte Geschichten" lapidar abgetan. Inzwischen weiß ich aber, was die beiden verabredet hatten.
Am Montag traf eine Email für meine Kinder ein, gesendet von ebenjenem Cousin meiner Mutter und es ging um folgenden Umstand:
Die Ur-Ur-Großmutter meiner Kinder, geboren 1875, las den Kindern der Familie in der Adventszeit am Abend besinnliche Geschichten vor. Sie lebte mit meinen Großeltern und meinen Tanten und Onkeln in einem Haus und eines der Kinder, die in den Genuss dieser Geschichten kamen war dementsprechend meine Mutter und auch der beschriebene Cousin, der in diesem Haus viel Zeit verbrachte. Diese Geschichte hatte den Kindern damals wohl sehr gut gefallen und das Vorlesen mit der damaligen Großmutter (meiner Ur-Großmutter, der Ur-Ur-Großmutter meiner Kinder) war immer eine gemeinsame Erinnerung. Nur - die damalige Lieblingsgeschichte war irgendwann Abhanden und in Vergessenheit geraten. Nun aber hatte der Cousin meiner Mutter meinem Sohn von ebenjenen adventlichen Abenden erzählt und auch davon, dass er in alten Familiensachen jene Geschichte wiedergefunden hatte.
Das war der Gegenstand der Unterhaltung meines Sohnes mit dem Cousin meiner Mutter, den mein Sohn bis dato nicht kannte und neben der Geschichte um diese Weihnachtsgeschichten haben wir nun auch die tatsächlichen Geschichten im Haus.
Ich wollte Sie meinen Kindern vorlesen, doch sie wollen damit warten. Auf meine Mutter, die uns in der kommenden Woche einige Tage besuchen kommt. Denn irgendwie, so erfuhr ich es von meinen Kindern, wäre es doch richtiger diese Geschichten von der Großmutter zu hören. So wie die Großmutter sie von Ihrer Großmutter hörte.
Warum ich Euch das Alles erzähle?
Weil ich es schön finde, wenn meine Mutter meinen Kindern diese Geschichte vorlesen wird. Wenn eine Generation übersprungen wurde und nun die Chance besteht, das etwas Altes wieder aufgegriffen wird. Weil ich es schön finde, wen in einer Familie so etwas nicht verloren geht.
Und weil ich Euch anregen wollte diese Geschichte zu lesen. Sie ist gemeinfrei und im Projekt Gutenberg zu finden. Und sie ist am Schönsten, wenn Sie vorgelesen wird. Ihr solltet Euch überlegen, wem ihr sie vorlesen könnt. So verbringt ihr Zeit bei einer schönen Geschichte und wer weiß, vielleicht entsteht bei dem ein oder anderen von Euch eine kleine familiäre Tradition, in der sich Kinder an das Vorlesen in der Adventszeit erinnern und es später auch tun:
Selma Lagerlöf, Christusgeschichten. Kapitel 5: Flucht aus Ägypten
Prostitution in Deutschland
Kopfschüttelnd verfolge ich gerade die Diskussion darüber, inwiefern die Gesetzgebung in Deutschland nun Prostitution, Menschenhandel und/oder Zwangsprostitution fördere und wie man nun in Zukunft mit dem Thema umgehen möchte.
Mit Alice Schwarzer und der MöchteGernGroßenKoalition auf der einen Seite und den Prostituierten/Sexarbeiterinnen auf der anderen Seite ist dies ein weites Feld, das neben dem Austausch von Weltanschauungen und Freiheitsanschauungen eben auch schlichte gesellschaftliche (moralische?) Reflexe aktiviert.
Beide Seiten glauben gute Argumente zu haben (aus Ihrer Sicht), beide Seiten glauben das Richtige für die (überwiegend) Frauen zu tun und beide Seiten reklamieren eine höchst zweifelhafte Deutungshoheit (so was gibt es eigentlich nicht) für sich.
Und ich sitze nun hier und frage mich das für mich offensichtliche:
Was ist an diesem Thema so schwierig???
Wenn es stimmt, das Frauen (überwiegend) freiwillig tun, wenn es ein Eingriff in die freie Berufswahl ist, wenn es andererseits (Zwangs-)prostitution und Menschenhandel fördert, was hindert uns daran ES zu ändern?
Nicht den (bösen) Mann, der diese (Dienst-)Leistung in Anspruch nimmt.
Von den Freiern etwas zu fordern, was Staates-Pflicht ist, nämlich sicherzustellen, das es in unserem Land keine Zwangsprostitution gibt, den Freiern damit zu überfordern, und die Verantwortung abzuwälzen und mehr noch, dies mit Strafe zu bewähren, ist keine Lösung.
Eine Lösung aber wäre es:
- Prostitution frei zu geben, zu erlauben, ohne wenn und aber
- Prostitution mit der Auflage einer Melde- und Sozialversicherungspflicht zu versehen
- Prostitution damit jedem anderen Beruf gleichzustellen, bei dem ein Sozialversicherungsausweis notwendig und mitzuführen ist
- genügend Kontrolleure bereitzustellen und die entsprechenden Lokalitäten, Aufenthaltsorte, Kontaktorte engmaschig zu kontrollieren
- die (überwiegend) sexarbeitenden Frauen nicht alleine zu lassen, sondern massiv in Hilfe und Aufklärung zu gehen
- und am Wichtigsten: die eigenen (christlichen oder religiös oder feministisch) motivierten Sichtweisen einmal außer Acht zu lassen und beispielsweise denjenigen zu glauben, die angeben, das freiwillig tun.
Irgendwie kann ich mir nicht vorstellen, den Staat mit einer Freierhaftung aus der Pflicht zu entlassen, die Sexarbeiter(innen) im Stich zu lassen und eine einfache Regelung nicht einmal zu diskutieren: Prostitution und/oder das Anbieten sexueller Dienstleistungen ist ohne wenn und aber erlaubt, wenn der Nachweis einer Sozialversicherung im Zusammenhang mit dieser Tätigkeit nachgewiesen kann. (Sozusagen der Freiberufler mit Versicherungspflicht in den gesetzlichen Versicherungen).
Bin ich zu naiv - oder wäre das eine Lösung?
Twitter (4)
Leider etwas später dran, aber der Monatsanfang lag an einem Wochenende mit vielen Terminen und Verabredungen. Das macht die Liste aber nicht schlechterund ich hoffe Ihr findet ein paar Tweets die Ihr nicht kennt.
Ganz viel mehr Twitterperlen gibt es wieder bei Anne Schüssler und bei Janbob.
Und hier nun meine Liste:
Von all meinen Sinnen könnte ich wohl auf meinen Blödsinn am schlechtesten verzichten.
— Oli (@fitness_oli) 1. November 2013
Die Rentnerschlange in der Apotheke und die bange Frage, ob die vielleicht auch in meinem Alter waren, als sie sich hier anstellten.
— Rockius Caesar (@rock_galore) 4. November 2013
"Du hast einen schönen Namen."
"Danke, den hab ich zum Geburtstag geschenkt bekommen."
— Heimchen am herd (@heimchenamherd) 5. November 2013
Ich kann ja unheimlich viele Dinge nebenher machen, während ich mit meiner Mama telefoniere. Ich nenn das Muttitasking.
— Paul Bokowski (@paul_bokowski) 6. November 2013
Habe gerade Salatkräuter in die Suppe gemacht.
Hoch lebe die Anarchie!!!
— smile.ile.ile (@FraeuleinJosefa) 6. November 2013
Zum Glück ist Freitag. Mein Körper ist völlig dehybiert.
— gallenbitter (@gallenbitter) 8. November 2013
"Ich bin auf dem Hund gekommen."
Kinder, Grammatik kann so wichtig sein.
— Dezemberglueck (@Dezemberglueck) 11. November 2013
K2, jetzt 9, feiert mit seinen Kumpels. Als musikalische Untermalung zum Kuchen:
Highway to hell
Noch Fragen?
— NaniNono (@NaniNono1) 15. November 2013
Ich sage dem Einjährigen, dass er, sollte ich nicht lebend zurückkehren, der Mann im Haus ist. Er rülpst. Er wird seine Sache gut machen.
— Gebbi Gibson (@GebbiGibson) 16. November 2013
Männer würden mehr Interesse für Mode zeigen, wenn der Catwalk Laufsteak heißen würde.
— Gelbe Eminenz (@diegutebutter) 17. November 2013
Die Schönheit einer Fuge. Wieder liegen Bach und Badezimmer näher bei einander als gedacht.
— toffi (@christotoff) 18. November 2013
"Was würdest Du tun, wenn Du einen Tag lang eine Frau wärst?" - "Realistisch gesehen wahrscheinlich den Haushalt."
— Heinrich (@hf_sports) 21. November 2013
Kind hat in KITA einen Igel aus Ton und Zahnstochern gebastelt. Wenn das jemand an den Kopf bekommt, ist er tot.
Aber Springseile verbieten
— Keks (@namenlos4) 21. November 2013
Just mit meinem Kaffee unter die Dusche gestiegen und... nun, es hat seine Gründe, warum jemand anderes das Robert Koch-Institut leitet.
— Silvereisen™ (@silvereisen) 23. November 2013
Die menschliche Liebe zum Kapitalismus bleibt unerwidert.
— Hasehase (@MadamGaehn) 26. November 2013
Mein Lehrer sagte immer, wenn man keine Rente mehr zahlt, verschwinden alle Bäume, weil sich die Rentner dann Knüppel schnitzen.
— Durchi (@Durchfail) 27. November 2013
PMS ist toll! Ich habe das Bett ganz für mich alleine, während meine Frau im Wald ein Reh reißt.
— SE7ENBEN ? (@SE7ENBEN) 28. November 2013
